Drucken

Hommage an die Schellack-Schätzchen

Quartettverein "Die Räuber" machte bei seinem Frühjahrskonzert Lust auf die alten Schlager

Von Katja Lepperhoff

Gummersbach. Der Quartettverein "Die Räuber" wollte Lust auf Schlager machen. Das gelang ihm vortrefflich.

Oberbergische Volkszeitung  Oberbergischer Kreis - 02-05-2016-35 Gus Anton am Pult, Sigrid Althoff am Flügel und die Räuber im Gesang entfesselt, dass selbst die Rhein-Sirenen später nicht widerstehen konnten. (Foto: Schmittgen)

Bei seinem traditionellen Frühlingskonzert im Theater der Stadt ließ der Chor unter der Leitung von Gus Anton bekannte Evergreens von den Zwanzigern bis zu den Sechzigern in neuer Pracht erblühen. Mit von der Partie waren als musikalische Verstärkung das Damenorchester "Die Rheinsirenen" und Pianistin Sigrid Althoff, die wie immer souverän am Klavier begleitete. Anton betätigte sich nicht nur wie gewohnt als Dirigent, er übernahm auch mit Hintergrundinformationen zu den Stücken und launigen Kommentaren den Part des Conférenciers. Elegant, fidel und voller Nostalgie, so präsentierten die Räuber immergrüne Hits wie "Moon river", "Granada" oder "Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau'n". Die Freude, mit der der klanglich perfekte Quartettverein sang, wurde spürbar. Zu Beginn beteuerten die Herren charmant mit einem Schlager von Adolf Steimel "Die Männer sind schon der Liebe wert". Gleich darauf präsentierten sie eine Medizin geben Schwermut, "Sing ein Lied, wenn du mal traurig bist." Das sorgte für gute Stimmung. Die steigerte sich noch, als der wie immer stimmsichere Chor das vor schwarzem Humor strotzende Lied "Tauben vergiften im Park" von Georg Kreisler sang. Sehr gut kamen auch die Rheinsirenen beim Publikum an.

Das lag nicht nur an den atemberaubenden Roben der Damen. Das gesamte Ensemble war mit seiner geschmackvollen Ausstrahlung eine Augenweide und mit der perfekt gespielten Musik ein Ohrenschmaus.

Dem Zitat von Georg Bernhard Shaw, dass "Tango der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangen ist", konnte man sich nach dem leidenschaftlich gespielten "El Choclo" nur anschließen. Ob sich die Damen verführerisch wie bei "ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" präsentierten, oder verrucht wie bei "Kann denn Liebe Sünde sein" alles hatte Stil. Kurz: Das Konzert war eine tolle Hommage an die Glanzzeit der Schellackschätzchen.