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"Räuber" unterwegs im Frankenland

Die Sänger vom Quartettverein „Die Räuber“ mit ihrem musikalischen Leiter Gus Anton starteten am Freitag, den 7.8.2015 in Begleitung ihrer Frauen zu einem 3-tägigen Ausflug ins fränkische Weinbaugebiet. Den Zielort der Bus-Tour, Schwarzach - östlich von Würzburg gelegen – erreichte man um die Mittagszeit. So konnte der Nachmittag genutzt werden zu einem geführten Rundgang durch den nahe gelegenen historischen Weinort Sommerach, bekannt durch hohe Auszeichnungen bei aktuellen Wettbewerben. Bei hochsommerlichen Temperaturen von 35 bis 40 Grad brachte auch die Besichtigung von Kirchen und Winzerhöfen nicht die erhoffte  Abkühlung. Dafür war der gut gekühlte Wein, der bei den Proben geboten wurde, umso willkommener.

Am nächsten Tag gehörte eine Mainschleifen-Rundfahrt zum Programm. Die Annahme, es handele sich hierbei um eine Bootsfahrt auf dem Main, erwies sich als irrig. Der gesamte Bereich innerhalb und außerhalb der Schleife, die der Flusslauf hier bildet, trägt die Bezeichnung Mainschleife. In diesem fruchtbaren Gebiet wachsen auf der einen Uferseite Reben, die hervorragende Weine hervorbringen, und auf der anderen Seite gedeihen vielfältige Obstsorten für die ansässigen Schnaps-Brennereien. Ein weiterer Höhepunkt war ein Besuch der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach. Die Führung vermittelte einen Eindruck von der Bedeutung dieser Abtei, die über eigene Wassergewinnung und Energieerzeugung verfügt, auf ca. 300 ha Landwirtschaft betreibt, Bäckerei und Metzgerei sowie diverse Handwerksbetriebe unterhält. Darüber hinaus gehören  ein staatlich anerkanntes Gymnasium und diverse Gästehäuser dazu. Es ist klar, dass die Abtei für die Region ein wichtiger Arbeitgeber ist.

Am späten Nachmittag stand der Besuch eines der ältesten Weinkeller im Anbaugebiet Franken an. Der mit einer Weinprobe verbundene Exkurs über die Entwicklung der Weinproduktion in Franken führte in beeindruckende unterirdisch angelegte Kellergewölbe, in denen sich zahlreiche traditionelle hölzerne Weinfässer aneinander reihten. In dieser klassischen Umgebung bei endlich kühlerer Temperatur (14°C) konnte sich thematisch passender Chorgesang im bekannten Räuber-Sound entfalten. Schon vorher in den Räumen einer Ausstellung zum Thema „Schokolade und Wein“ nutzte der Chor die Gelegenheit, die Komposition von R. Pracht „Das Morgenrot“ in gewohnt perfekter Weise erklingen zu lassen.

Der Sonntag-Vormittag stand ganz im Zeichen einer Messe in der großen sehr gut besuchten Kirche der vorerwähnten Benediktiner-Abtei. Der Chor, der sich bei solchen Anlässen „Camerata vocale“ nennt, gab den musikalisch Rahmen unter Orgelbegleitung mit „Kleine Messe in G“ von Gus Anton. Zum Abschluss sang der Chor den mächtigen Beethoven-Choral „Die Himmel rühmen“.  Nicht nur für die Sängerfrauen im Publikum, sondern auch für die Sänger selbst sind Darbietungen in solchen weihevollen Räumen immer etwas Besonderes.

Nach einer während dieser drei Tage schon gewohnt üppigen Mahlzeit war dann Heimreise angesagt, die störungs- und fast staufrei verlief.

Die komplette Planung dieser so gelungenen Reise lag in den Händen von Günter Rodenbeck. Nur auf die schon tropischen Temperaturen hatte er keinen Einfluss.

Brigitta Baloch