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Der letzte Vorhang ist gefallen

oa_logoEin Artikel der Oberberg Aktuell

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(uh/11.06.2018-01:46) [Bilder: Martin Hütt.]

Gummersbach - Mit dem Konzert „Erinnerungen“ der Chorgemeinschaft Q.V. „Die Räuber“ und dem Gus-Anton-Kammerchor Remscheid sowie dem Symphonieorchester des Oberbergischen Kreises endete am Sonntag die Ära des Stadttheaters Gummersbach - zumindest vorerst.

Von Ursula Hütt

Zu Beginn des Konzerts betonte Bürgermeister Frank Helmenstein, dass er diese vorerst letzte Vorstellung mit gemischten Gefühlen verbindet. Einerseits mit Trauer und Schmerz, andererseits aber auch mit Hoffnung, dass dieses Konzert kein Abschlusskonzert ist. Er dankte ausdrücklich Gus Anton, der in den vergangenen 44 Jahren das Stadttheater zu dem gemacht hat, was es ist. Sein Dank galt auch dem Rat der Stadt, der in der Sitzung am 29. Mai für die Anmeldung zur Regionale 2025 einstimmig entschieden hat. Damit ist zwar noch nichts entschieden, aber es gibt Hoffnung für die Zukunft des Theaters. Mit den Worten „Auf Wiedersehen im Theater der Stadt Gummersbach“ endete die Rede des Bürgermeisters.

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[Moderatorin Ulrike Froleyks fing den guten Theatergeist ein und verschloss ihn in eine Flasche. Vielleicht kann er in einem neuen Theater freigelassen werden.]

Für Gus Anton ist der 10. Juni 2018 ein schwarzer Tag, denn für ihn ist das Theater wie das Herz einer Stadt und wenn das Herz aufhört zu schlagen, dann stirbt ein Teil der Stadt. Gus Anton ist dankbar für die schöne Zeit, wobei er besonders seine Mitstreiter ansprach und an ehemalige Weggefährten erinnerte.

Das Theater war an diesem Sonntagnachmittag voll besetzt. Zu den Konzertgästen gehörten auch der stellvertretende Landrat Prof. Dr. Friedrich Wilke sowie die ehemaligen Landräte Hagen Jobi und Hans-Leo Kausemann. Die Besucher hörten die schönsten Chöre und Orchesterwerke aus den Eigenproduktionen des Theaters Gummersbach. Auf dem Programm standen Werke von Mozart, Lortzing und Verdi, Puccini Bizet, Strauß, Lehar und Orff.

Das Konzert war eine Retrospektive der letzten vier Jahrzehnte, moderiert von Ulrike Froleyks, die gekonnt zum jeweils nächsten Musikstück überleitete. Ulrike Rösner, Fachbereichsleiterin Kultur, dankte für dieses grandiose Konzert unter der Leitung von Gus Anton. Sie dankte aber auch dem Publikum für die Treue in den letzten Jahren. Bei frenetischem Applaus und stehenden Ovationen zum Schluss des Konzerts gab es als Zugabe den „Radetzky-Marsch“ – ehe der Vorhang ein letztes Mal fiel.