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Poetische Musik für kalte Winternächte

Ein Artikel der OVZ vom 20.11.2017

700 Zuhörer beim Konzert des Quartettvereins „Die Räuber“ im Gummersbacher Theater

Von BIRGIT KOWALSKI

GUMMERSBACH. Traurig sind die Winternächte des von der Liebe Verlassenen. Glücklich ist, wer da sein Leid in singbare Poesie zu gießen vermag. Im Konzert „Von guten Mächten treu und still umgeben“ sang der Quartettverein Die Räuber das bei aller Melancholie seltsam tröstliche Lied „Winternächte“.

Es stammt aus der Feder von Gus Anton. Als Leiter des Quartettvereins, gewissermaßen Räuberhauptmann, oblag dem Gummersbacher Musiker, Dirigenten und Komponisten die musikalische Gesamtleitung des Konzerts am Samstagabend. Fast 700 Zuschauer erlebten den abwechslungsreichen Konzertabend im Theater der Stadt Gummersbach. Wer zum Thema Theatererhalt eine Brandrede seitens des als Befürworter bekannten Quartettvereins erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Statt flammender Redner ließen die Räuber die Kultur für sich sprechen.

Auch in diesem Konzert wurde deutlich: Keine andere Kulturstätte hat, was das Theater der Stadt bietet – gute Sicht und gute Akustik. Dabei musste noch nicht einmal die gesamte Bühne geöffnet werden. Die 27 Sänger und ihre musikalischen Gäste traten vor dem Eisernen Vorhang auf.

Die Gastgeber unter der Leitung von Gus Anton wurden wieder einmal von Sigrid Althoff mit gewohnt einfühlsamem Klavierspiel begleitet. Althoff beeindruckte wie stets mit Souveränität und Technik, die bei aller Expressivität wandelbar ist. Als Gastsänger trat Kai Uwe Schöler auf. Der Diplom-Opernsänger trug im Bass Lieder von Franz Schubert und Robert Schumann vor.

Auch der Quartettverein brachte bekannte Lieder zu Gehör, etwa „Caro mio ben“ oder Schumanns „Ich grolle nicht“. Zumeist erklangen sie in Liedfassungen, die von Gus Anton für seine Räuber bearbeitet waren. Gänzlich aus seiner Feder stammten Eröffnung und Schluss des Konzerts. Das titelgebende Werk „Von guten Mächten treu und still umgeben“ widmeten die Räuber „in Dankbarkeit unserem Sänger, Freund und Mitbegründer, Rudolf Cramer“, der im Juli dieses Jahres verstorben ist. In der kompletten zweiten Hälfte des Konzerts wurde der Quartettverein außer von Sigrid Althoff noch von dem Cellisten Bruno Brandl, dem Kontrabassisten Dietmar Wehr und von Jochen Clüsserath am Schlagwerk virtuos begleitet.