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Zusammen klingt's noch besser

Ein Artikel der Oberbergischen Volkszeitung vom 15.12.2016

"Die Räuber" luden zur Chor-Gala ins Theater Gummersbach

von WALTRAUD PENNER

GUMMERSBACH. Die mit roten und weißen Blüten festlich dekorierte Bühne korrespondierte mit der Galarobe der Pianistin in leuchtendem Rot. Ein gut besetztes Haus spiegelte die gespannte Erwartung der Besucher auf ein ganz besonderes Chorkonzert wider. Unter Leitung Gus Antons präsentierten sich "Die Räuber" und der Gus-Anton-Kammerchor. Zudem stellte Stefan Lex sein vor zehn Jahren gegründetes Vokalensemble "Der Chor" nun erstmals dem Gummersbacher Publikum vor.

Sigrid Althoff, beim Publikum als hervorragende Pianistin seit langem bekannt und beliebt, tritt nicht nur als adäquate Begleiterin der Chöre in Erscheinung, sondern trägt auch mit beeindruckenden Soli zu einem vielgestaltigen Programm bei. Die musikalischen Themen bewegen sich zwischen vertonter Lyrik wie Carl Loewes "Erlkönig", Chorsätzen aus Opern wie Wagners "Tannhäuser" oder Lortzings "Undine" und geistlicher Musik aus biblischen Oratorien: Hier begeistert besonders ein von Gus Anton einstudiertes Medley aus Carl Orffs "Carmina burana". Das auf Latein gesungene Stück schafft mit seiner Anlehnung an Alte Musik in Harmonien und Rhythmik eine unvergleichliche musikalisch-dramatische Klangsphäre.

2016-11-16-um-19.06.41 Bewährtes Gespann: Sigrid Althoff trat wieder nicht nur als Begleiterin, sondern auch als großartige Solistin auf. (Foto: Schmittgen)

Höchstmaß an Einfühlungsvermögen

Romantisch wird es in Anton Bruckners Komposition "Mitternacht", und in Dimitri Bortnianskys "Tebe pojem" (Oh Herr, gib Frieden). Pianistin und Chorsänger beweisen, dass sie auch sehr verhaltene Klangbilder erzeugen können. In ihren Soli (Sindings "Frühlingsrauschen" und Debussys "Claire de Lune") wird Sigrid Althoffs ausgeprägte Darstellungskraft deutlich: Wenn ihre Finger geschmeidig über die Tasten gleiten, sie zu streicheln scheinen, im nächsten Augenblick heftige Akzente setzen, wird ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen und Konzentration deutlich.

Ein besonderes Klangerlebnis bietet sich dem Publikum, wenn alle Chöre gemeinsam singen, etwa beim Pilgerchor aus Wagners "Tannhäuser" (Leitung: Stefan Lex) und beim populären Walzer "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauß (Leitung: Gus Anton). Mit fast 100 Sängern zeigen die vereinigten Männerchöre Präzision, variablen Ausdruck und enormes Klangvolumen. Diese unvergessliche "Chor-Gala", die ihren Namen zu Recht verdient hat, wird den Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben.