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Räuber luden in den Zirkus ein

Ein Artikel der "Oberbergischen Volkszeitung" vom 2.1.2014

Quartettverein servierte mehr als 800 Gästen spritzigen Silvester-Cocktail

Von HEIKE HÜSCHEMENGER

GUMMERSBACH. Das Gummersbacher Theater verwandelte sich zu Silvester in einen prächtigen Zirkus. Kaum hatte sich der Vorhang gehoben, honorierten die mehr als 800 Zuschauer die Kulisse mit viel Applaus. "Musik ist Trumpf" sangen die 16 bunten Harlekine des Quartettvereins "Die Räuber", der mit seinem Leiter Gus Anton zum 42. Silvester-Cocktail eingeladen hatte. Das wieder von Malermeister Bernhard Kyborg und Helfern des Chores und des Freundeskreises gezauberte Bühnenbild war ein absoluter Hingucker.

Gute Stimmen und eine gute Stimmung

Den Cocktail, den die Sänger mit vielen Gästen boten, war bunt gemixt, so wie man sich das Zirkusleben eben vorstellt. Gute Stimmen und gute Stimmung waren Trumpf. In der Manege war Stefan Lex der Star, nicht nur als Tenor, sondern als Buffo und Moderator. Sein Kopfstand auf der Bühne beim "Schwippslied" und seine Verkleidung als gealterte, aber durchaus kesse Soubrette Gertrud mit Strumpfband ("Das hat mir Gus geschenkt") machten ihn zum Publikumsliebling.

Auch sein Flirt mit der rassigen Sopranistin Christine Linke ("Komm Casanova küss mich") war so einfallsreich, dass der Buffo schnellstens bei seiner Ehefrau im Orchestergraben Abbitte leisten musste: Sigrid Althoff, die als Zirkus-Pianistin keine Zeit für einen Familienstreit hatte, nahm's gelassen. Stolz konnte das Ehepaar allerdings auf die singenden Töchter Alexandra und Laura sein, die frischen Schwung in den Zirkus brachten, ebenso wie die tanzenden Bielsteiner Raketen, die als Cheerleader eine gute Figur machten. Nicht zu überhören war der Fanfarenzug Lieberhausen, deren Trommelwirbel gut in die Manege passten.

Immer wieder entführten die Räuber und die beiden Solisten ins Reich der Operette. Doch die 16 Sänger spielten auch Cowboy, ritten auf Steckenpferden oder präsentierten sich als Scheichs. Frank Baroth verblüffte das Publikum mit einem mentalen Zaubertrick. Sogar geschunkelt wurde im Zirkus-Theater und mitgesungen. Die Stimmung war bestens, auch bei den drei Tenören Harald Stein, Dieter Schüller und Bernd Tokarski, die die Schnapsfläschchen in ihren Boxershorts besangen.

Dem Gummersbacher Bürgermeister, der, wie die Räuber munkelten, wegen der Diskussion über die Schließung des Theaters beleidigt sei und nicht mehr komme, hätten die Ohren geklingelt: Zwei Angler (Bernd Tokarski/Reinhard Gösselkeheld) bedauerten süffisant, dass nun seine Ansprache ("Der wunderschöne Programmpunkt"), fehle.

Mit einem grandiosen Schlussbild verabschiedeten sich die Räuber und Mitwirkenden von der Bühne. Das Publikum dankte Gus Anton und seinem Chor mit langanhaltendem Applaus.

KR 20140102 OB-29