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Manege frei für die Räuber

oa_logoEin Artikel der Oberberg Aktuell

Manege frei für die Räuber

(uh/16.12.2013-10:17)
Gummersbach - Traditioneller Silvester-Cocktail des Quartettvereins „Die Räuber“ unter der Leitung von Gus Anton bot ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Überraschungen.

Von Ursula Hütt / Bilder: Martin Hütt

Das Theater der Stadt Gummersbach war ausverkauft, denn wenn „Die Räuber“ zum letzten Konzert des Jahres einladen, bleibt selten ein Platz leer. Dann, als sich der schwere rote Bühnenvorhang öffnete, raunte ein „Oh“ durch das Publikum. Das Bühnenbild war in diesem Jahr besonders beeindruckend. Malermeister Bernhard Kyborg hatte ein Zirkuszelt des „Circus Gummersbach“ geschaffen, mit allem was dazu gehört: Beleuchtung, Wagen des „Räuber Circus“ Eingang zum Zelt, alles war so authentisch, dass die Besucher vom ersten Moment an eintauchen konnten in die Welt des Zirkus und Varietees.

1-1-2014silvester1[Sopranistin Christiane Linke und Tenor Stefan Lex.]

Passend, im Harlekinkostüm, betraten „Die Räuber“ die Bühne und eröffneten das Konzert. Treffend war auch das Lied der Sopranistin Christiane Linke. Sie sang das Lied „O mein Papa war eine wunderbare Clown“, ein Evergreen, mit dem einst Lys Assia berühmt wurde. Neben Christiane Linke war der Tenor Stefan Lex musikalischer Gast des Abends. Stefan Lex, der nicht nur als Tenor brillierte, war auch Entertainer dieses Abends. Wortgewand, manchmal spitzfindig, aber immer charmant unterhielt er das Publikum, manchmal sogar mit vollem Körpereinsatz. Langen Applaus bekam Lex, als er verkleidet als Oma Gertrud, ehemaliger Star der Oper in Wanne-Eickel auf die Bühne kam. Sigrid Althoff begleitete am Klavier.

Laura und Alexandra Lex sangen die Lieder „I feel pretty“ und „What a wonderful World“. Die beiden Töchter des Ehepaares Lex-Althoff wurden mit langem Applaus belohnt. Zünftig war der Auftritt des Fanfarenzuges Lieberhausen. Schwungvoll und mit Leichtigkeit tanzten die Bielsteiner Raketen vor dem Zirkuszelt als passendem Hintergrund. Sie sind auch die Cheerleader des VfL Gummersbach. Zum Zirkus gehört natürlich ein Zauberer. Der Trick, der hier gezeigt wurde, war einfach verblüffend.

1-1-2014silvester2 [Die Bielsteiner Raketen tanzten auch im "Circus Gummersbach".]

Nach der Pause hält eigentlich immer Bürgermeister Frank Helmenstein eine Rede mit einem Rückblick auf das vergangene, und einem Blick auf das kommende Jahr. Diese Rede fand diesmal nicht statt. "Paul & Paula" griffen dieses Thema auf: „Keine Rede des Bürgermeisters! Der Bürgermeister hat viel zu tun: Grundsteinlegung, Spatenstich und nebenbei die Innenstadt beerdigen“.

Als die Musik zur der Fernsehserie „Bonanza“ erklang, fühlten sich viele der Besucher an ihre Kindheit- und Jugendzeit erinnert. Die einst äußerst beliebte Sendung mit Ben Cartwright und seinen drei Söhnen hat inzwischen Kultstatus. Dazu sangen „Die Räuber“ das Lied „Von den blauen Bergen kommen wir“, natürlich in wieder in passendem Outfit mit Jeans und kariertem Hemd. Zum Finale Grande im Gummersbacher Zirkuszelt kamen alle Beteiligten auf die Bühne, die Räuber natürlich im Clownskostüm, und bildeten ein grandioses Schlussbild.

Das Symphonie-Orchester des Oberbergischen Kreises unter der Leitung von Gus Anton hatte gestern zum traditionellen Weihnachtskonzert in den Spiegelsaal des Wyndham Garden Hotels in Gummersbach eingeladen. Mitwirkende des restlos ausverkauften Konzerts waren der Quartettverein „Die Räuber“, ebenfalls unter der Leitung von Gus Anton, und die junge Flötistin Jennifer Seubel. Dem Publikum wurden klassische und moderne Weihnachtslieder geboten, aber auch Stücke, die nicht so häufig zu hören sind wie „One hand, one heart“ von Leonard Bernstein und „Simple Symphony“ von Benjamin Britten. Besonders stimmungsvoll wurde es, als der Quartettverein in Begleitung des Orchesters das Ave verum von Wolfgang Amadeus Mozart und das Christrosenlied von Robert Stolz sang.

Die junge Flötistin Seubel spielte zunächst aus dem Konzert Nr. 3 C-Dur für Flöte und Orchester von Friedrich dem Großen „Allegro", „Grave" und „Allegro assai". Dafür wurde sie vom Publikum mit besonders langem Applaus belohnt. Auch die Musikstücke aus dem Konzert F-Dur für Flöte und Orchester von Antonio Vivaldi und die ausgewählten Stücke aus der Suite h-Moll für Flöte und Orchester von Johann Sebastian Bach wurden von der jungen Nachwuchsmusikerin souverän gespielt. Seubel wurde 1985 in Annweiler geboren. Sie studierte von 2005 bis 2009 in Trossingen, anschließend in Köln. Ihr Abschluss als Diplom-Musiklehrerin wurde mit „sehr gut" bewertet, das Diplom im Fach Künstlerische Ausbildung wurde mit sehr gut und Auszeichnung benotet. Sie war Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe.