Drucken

Von der Weihnacht singen

Ein Artikel der Oberbergischen Volkszeitung vom 24.12.2013

Doppelkonzert der "Räuber" in Gimborn und Windhagen

Von KATJA LEPPERHOFF

GIMBORN/WINDHAGEN. Man musste kein großer Romantiker sein, um sich von der zauberhaften Atmosphäre in Gimborn beeindrucken zu lassen. Am Abendhimmel funkelten die Sterne, und über der Kirche und dem alten Schloss prangte der Vollmond. Eine ideale Kulisse für ein stimmungsvolles Weihnachtskonzert. Hier zu hatte traditionell der Quartettverein "Die Räuber" unter der Leitung von Gus Anton in die katholische Kirche eingeladen.

KR 20131224 OB-37 Festliche Atmosphäre: Wegen des wieder großen Andrangs in Gimborn gaben die "Räuber" erstmals noch ein zweites Weihnachtskonzert im Wyndham Garden Hotel. (Foto: Oehl)

Zu hören waren überlieferte und moderne Lieder, die fröhlichen Jubel, aber auch andächtige Annäherung an den Geist der Weihnacht boten. Begleitet wurden die Vorträge versiert von der Pianistin Simone Bönschen-Müller. Wegen des großen Andrangs gaben die "Räuber" erstmals ein zweites Weihnachtskonzert im Wyndham Garden Hotel.

Es muss nicht immer Bach sein, auch Camille Saint-Saëns hat ein wunderschönes lyrisch-expressives Oratorium für die Weihnachtszeit komponiert. Die Räuber zeigten sich als Meister der leisen Töne bei dem Stück "Domine, ego credidi". Da war bei stimmlichem Wohlklang eine nach innen gekehrte Spannung zu spüren. Beim Schlusschor "Tollite hostias" verkündigten sie kraftvoll die freudige Botschaft.

Eine intensive feierliche Atmosphäre erschuf der Chor mit lebendig ausdrucksstarken Vorträgen von Liedern wie "Advent, Advent du Himmelslicht" oder "Lasst uns von der Weihnacht singen". Zu Herzen gingen die Vorträge vom liebevoll vorgetragenen russischen Wiegenlied "Bajuschki baju" und dem kleinen Trommelmann, der einfach bei keinem Weihnachtskonzert der Räuber fehlen darf.

Zwischen den Chorblöcken trug Ulrike Froleyks nachdenkliche und humorvolle Texte vor. Die Preisträgerin beim internationalen Jachentov-Rezitationswettbewerb und Moderatorin des WDR trug mit ihrer angenehm fesselnden Stimme Gedichte von Heine, Ringelnatz und Krüss vor. Anrührend und lustig zugleich war die Geschichte "Die Leihgabe" von Wolf Dietrich Schnurre, die beschrieb, wie man auch in schweren Zeiten gebührend Weihnachten feiern kann. Nach einer beschwingten Reise durch das Winterwunderland verabschiedete der Chor sein begeisternd applaudierendes Publikum mit "Stille Nacht, heilige Nacht" bestens eingestimmt auf das große Fest.

So ganz zu Ende ist das "Räuber"-Jahr damit noch nicht. Natürlich gibt es wieder zu Silvester einen "Räuber"-Cocktail im Theater - und natürlich ist er wieder ausverkauft.