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Barocke Feststimmung wie beim alten Fritz

Ein Artikel der OVZ vom 18.12.2013

Flötensolistin verlieh Weihnachtskonzert von Symphonikern und "Räubern" besonderen Glanz

Von KATJA LEPPERHOFF

WINDHAGEN. Für viele gehört der Termin zum Advent wie der Kranz auf dem Tisch: Auch in diesem Jahr hatten sich wieder zahlreiche Besucher im Spiegelsaal des Wyndham Garden Hotels eingefunden, um beim Weihnachtskonzert des Symphonie-Orchesters des Oberbergischen Kreises Feststimmung zu genießen und gute Musik auf hohem Niveau zu hören. Und ihre Erwartung wurde erfüllt. Unter der Leitung von Gus Anton stimmten der Quartettverein "Die Räuber" und das Orchester mit dem Hymnus von Friedrich Silcher feierlich ein.

Der wie immer gut vorbereitete Quartettverein entfaltete den vollen Männerchorklang. Stimmgewaltig mit expressiver Aussagekraft wirkte die Hymne auf die Zuhörer. Ruhigere Töne waren beim andächtigen "Ave verum" von Mozart zuhören. Makellos rein mit bewegter Andacht erfüllten da die Sängerstimmen den Raum. Romantische Weihnachtsstimmung verbreitete "Der Traum vom Weihnachtsbaum" und das "Christrosenlied".

Das wohlintoniert aufspielende Orchester, um glitzernden Harfenklang verstärkt, vermittelte zusammen mit dem Chor intensive Stimmungsbilder. Corellis berühmte Pastorale aus "Concerto grosso Nr.8" wurde von den Symphonikern mit Leichtigkeit und Spielfreude interpretiert. Dabei zeigten die Musiker ein gutes Gespür für die dynamische Spannbreite des Werks, von zarten bis zu kräftig warmen Klangfarben.

Herrlich erfrischende Barockmusik war vom Flötenkönig Friedrich dem Großen zu hören. Der alte Fritz war nicht nur ein begabter Flötenspieler, er komponierte auch für sein Instrument. Dabei hatte seine Musik nichts militärisches, sondern zeugte vom kultivierten Feingeist des Monarchen. Bei seinem Konzert Nr. 3 C-Dur glänzte die junge Solistin Jennifer Seubel mit glasklarem Ton. Mit artikulatorischem Nuancenreichtum gestaltete sie das schwungvoll majestätische Werk.

Mitreißende Vitalität versprühte Seubels Spiel auch bei der Suite h-moll von Johann Sebastian Bach. Ihre virtuose Spieltechnik bei der rasanten Badinerie hat die Zuhörer ohrenscheinlich tief beeindruckt, wie der begeisterte Applaus zeigte.

Nachdem Gus Anton sein Publikum mit besten Wünschen für die Weihnachtszeit verabschiedet hatte, endete das rundum gelungene Konzert traditionell mit "Stille Nacht, heilige Nacht".