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Mönchskutte statt Räuberjacke

Quartettverein "Die Räuber" präsentiert Liedgut aus Ost und West

Ein Artikel der Oberbergischen Volkszeitung vom 29. April 2013

Von Birgit Kowalkski

Mit stürmischen Beifall bedankten sich die Zuschauer bei Gus Anton (v.) und seinen "Räubern". (Foto: Hillenbach) GUMMERSBACH. Ach, wie schlecht fühlt sich der wilde Kudejar, als er erkennt, wie böse er und seine Räuberbande den russischen Landsleuten mitgespielt habe! Er schwört dem Rauben und Morden ab. Kudejar tauscht das Räuberjackett gegen die Mönchskutte und findet in einem Kloster Läuterung und Frieden.

"Die Räuber-Legende" ist eines der klangvollen Lieder, mit denen der Quartettverein "Die Räuber" beim Frühjahrskonzert im Theater der Stadt Gummersbach die vielen Zuschauer unterhalten hat. "So klingt's in Ost und West" war das Motto des Konzerts.

Mit dem in starken Bildern erzählten Lied vom Räuber, der ein Mönch wird, schickten "Die Räuber" unter der Leitung von Gus Anton das Publikum in die Pause. Die erste Hälfte des Programm war bestimmt von russischen Volks- und Folklore-Liedern. Unter Antons Leitung trugen die 25 Sänger sie gekonnt und mit dem gewissen Etwas, dem russischen Sehnen, vor. So endete etwa die "Kosakenpatrouille" im sauber gesungenen Pianissimo, und bei dem bekannten Lied "Moskau bei Nacht" hüpften die tiefen Stimmen auch bei schwierigen Akkordsprüngen treffsicher von Ton zu Ton.

Anders als die "Legende von den zwölf Räubern" von dem russischen Poeten Nekrassov, das als Volkslied in die russische Folklore einzog, waren "Das Lied der Taiga", "Stenka Rasin" oder die romantischen "Abendglocken" den Zuschauern so gut bekannt, dass viele leise mitsummten.

Für eine ganz andere, rein instrumentale Klangfarbe sorgte das Salonorchester "Tiffany". Das Quintett um den Pianisten Uwe Rösler und den Gummersbacher Violinisten Zoltan Oppelcz unterhielt mit meisterlich gespielter Salonmusik. Mit hinreißender Leichtigkeit und guter Laune spielten sie das eingängige Thema aus den "Miss Marple"-Filmen. Das deutsche Kinderlied "Im Walde steht ein Männlein", das Komponist Ron Goodwin ins Original einfließen ließ, kam dabei auch im Arrangement von Rössler vor.

Der Barpianist und Germanist mit komödiantischem Talent moderierte zur Freude des Publikums die Musik von "Tiffany" an. Einige Zuschauer konnten jedoch mit seinen zwischen trockenem Humor, reinem Ulk und beißendem Spott navigierenden Ansagen nicht viel anfangen.

Im zweiten Teil erfreuten Gus Anton und "Die Räuber" mit Volksliedgut aus Westeuropa, Nord- und Lateinamerika. Erst nach vier Zugaben verabschiedete der Quartettverein die begeisterten Zuschauer.

Mönchskutte statt Räuberjacke

Mit stürmischen Beifall bedankten sich die Zuschauer bei Gus Anton (v.) und seinen "Räubern". (Foto: Hillenbach)