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Silvester-Cocktail 2012: „Darum ist es am Rhein so schön“

"Räuber"Chor unternahm bei seinem Silvesterkonzert eine Schiffstour

Artikel OVZ, Mittwoch, 2. Januar 2013 von Katja Lepperhoff

Räuberhut statt Heinzelmännchenmütze: Seine Schiffsreise startete der Quartettverein im Schatten des Kölner Doms.

Gummersbach. Vor der prächtigen Kulisse des Kölner Doms läuteten die Glocken, hereingeschippert kam die MS „Rheinprinzessin“. Der Quartettverein „Die Räuber“ unter der Leitung von Gus Anton ging bei seinem „Silvester-Cocktail“ diesmal auf eine vergnügliche Rheintour. Die erneut tollen Bühnenbilder von Malermeister Bernhard Kyborg zauberten die passende Atmosphäre für eine kurzweilige Flussfahrt.

Mit an Bord waren erstklassige Gesangssolisten, ein humorvoller Bauchredner und ein anmutiges Ballett. Simone Bönschen-Müller begleitete zusammen mit Gus Anton am Klavier. Der Quartettverein zeigte sich in Hochform und brachte mit schwungvoll zünftigen Trinkliedern schnell Stimmung ins ausverkaufte Theater. Dabei ließ er sich mit pfiffigen Choreographien in stetig wechselndem Outfit immer etwas Neues einfallen. Ein Raunen ging durch den Saal, als der Youngster des Chors, Sascha Fuchs, mit beeindruckender Stimme das Paradelied aller Bässe, „In einem tiefen Keller“, sang.

Kölsche Stimmungslieder wie „Dat Wasser vun Kölle“ animierten zum Mitklatschen. Für das Duo Dunkelstein gehört das Schunkeln nach Noten eigentlich verboten, so wie es die Wise Guys im Original des Liedes fordern. Die launigen Lieder der beiden taten aber ein weiteres, um den Stimmungspegel beträchtlich zu heben.

Plötzlich war es stockdunkel im Theater. Die Blau leuchtenden Neonhände des Räuberballetts führten einen effektvollen Schattentanz auf und bildeten zum Schluss die Jahreszahl 2013.

Spritzige Operettenmelodien und graziles Ballett von den Frauen der Tanzschule „In E-Motion“ waren weitere Highlights des Abends. Ganz lässig, ein wenig angesäuselt mit Champagnerflasche in der Hand, ging ?Tenor Antonio Rivera ins Maxim. Die temperamentvolle Sopranistin Olga Caspruk begeisterte mit feurigen Zigeunerliedern. Wahre Lachsalven ernteten Bauchredner Peter Kerscher und seine Kuh „Dolly“. Das freche Tier nahm wieder kein Blatt vor den Mund, ließ sich über deutsche Politiker, die Eurokrise und Griechenland aus.

Lokalpolitisch wurde es bei der traditionellen Ansprache des Bürgermeisters. Die Zeichen stünden auf Zukunft, betonte Frank Helmenstein. Er verwies auf den Bau der Schwalbe-Arena und des Einkaufzentrums, sowie den Ausbau des Innenstadtrings. Doch wie manchem Bürgermeister vor ihm blieb es Helmenstein am Silvesterabend nicht erspart, dass die Räuber ihm einen Wermutstropfen in den Festcocktail mischten: Ernst Baloch und Harald Stein als singendes Advokatenduo übten beißende Kritik an einem Sparkurs, der die Existenz der Bühne in Frage stellt, auf der der Räuber-Cocktail seit Jahrzehnten stattfindet. Die beiden mahnten: „Ihr lieben Leut’ zuhauf, passt auf das Theater auf, nur Arroganz und Bösewicht’, die machen’s dicht!“