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Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt

Beschwingtes Frühlingskonzert der Räuber mit reizender Sopran-Solistin

Von Anja Maria Dohrmann (Foto: Krempin)

GUMMERSBACH. Um es vorweg zu nehmen: Das Frühlingskonzert im Gummersbacher Theater war ausverkauft, die Erwartungen waren hoch – sie wurden mehr als erfüllt. Und zwar nicht nur voll und ganz, sondern in geradezu überraschender Weise.

Der Quartettverein "Die Räuber" unter dem Dirigat von Gus Anton, begleitet von Sigrid Althoff am Klavier und von der Combo mit Akkordeon (Manuele Leven), Gitarre (Stefan Oberstebrink) und Bass (Isabella Anton-Heyland), hatte eine außergewöhnliche Sopranistin für diesen Abend verpflichtet.

"Ach Jott, watt sind die Männer dumm!"

Sophia Frankes Stimme war ein Hochgenuss. Mit großer Leichtigkeit brachte sie ihre heiteren Lieder zu Gehör, verzückte nicht nur durch Mimik und Gestik, sondern verzauberte durch kleine, fast schauspielerische Einlagen. "Nimm Dich in Acht vor blonden Frau'n", trug sie mit einer solchen Selbstsicherheit vor, und dann: Ach Jott, watt sind die Männer dumm", mit solch witzigem Charme, dass demselben mit Sicherheit nicht nur die Herren im Publikum erlegen sind.

Auf den Spuren Goethes wandelte Sophia Franke in "So was gibt's nur in Italien", als sie bekennt: "Ich habe meine Figur aus Italien," – gefälliges Lächeln in den Rängen. Und dass sie "von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" sei, nahm ihr jeder ab ohne mit der Wimper zu zucken.

Die Räuber blieben professionell, bei allen Flirtversuchen der überzeugenden Künstlerin, deren Stimme in ungeahnte Höhen schweben konnte. So konnten die Sänger sich der Begeisterung ihres großen Fankreises schon bei den ersten Tönen sicher sein. Es waren durchweg Lieder, die Lebensfreude und Heiterkeit zum Ausdruck brachten – Frühlingsgefühle eben.

"Caramba, Caracho, ein Whisky" beispielsweise offenbarte wie so oft den sichtbaren Spaß der Räuber an ihrer Sangeskunst. Schnelle Tempowechsel und große Sicherheit in der Mehrstimmigkeit bescheinigen dem Quartettverein sein hohes Niveau. Ob flotte Chachacha-Rhythmen oder die Sehnsucht des Cowboys unterm Sternenhimmel – die Räuber fangen jede Stimmung ein, wandeln sie in Gefühle, die auch in der letzten Sitzreihe noch eine Gänsehaut hervorrufen.

Versteht sich von selbst, dass sich das Publikum mehrere Zugaben erklatschte.

Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt