Drucken

Dem Jesuskind ein Lied getrommelt

Artikel vom Weihnachtskonzert der Räuber in der evangelischen Kirche in Denklingen am 16.12.2011 von Katja Lepperhoff, erschienen in der OVZ vom 19.12.2011

2011-12-19_ovz Denklingen. Zum großen Fest gehören Plätzchenduft, Lichterglanz, und natürlich traditionelle Weihnachtslieder. Der Quartettverein „Die Räuber“ schuf unter seinem Dirigenten Gus Anton in der evangelischen Kirche von Reichshof-Denklingen mit alten bekannten Weisen eine Atmosphäre der Besinnlichkeit, die viele heutzutage in der hektischen Vorweihnachtszeit so sehr vermissen. Das Lied „Tochter Zion“ nach einer Melodie von Georg Friedrich Händel darf in einem solchen Konzert nicht fehlen.

Die Räuber überzeugten bereits bei ihrem Eröffnungsbeitrag mit einer gekonnten, flexiblen Stimmführung. Für Friede und Hoffnung steht „Süsser die Glocken nie klingen“. Wie die meisten anderen Stücke an diesem Abend wurde auch dieses deutsche Weihnachtslied aus dem 19. Jahrhundert von Gus Anton bearbeitet und vom Chor ruhig und feierlich vorgetragen. Ein amerikanisches Weihnachtslied erzählt die Geschichte vom „Kleinen Trommelmann“, der dem Jesuskind ein Lied trommelt. Dieses rhytmische, eingängige Stück ist inzwischen auch hierzulande sehr beliebt. Kein Wunder, daß „Die Räuber“ für ihre feine dynamische Interpretation der anrührenden Geschichte besonders viel Applaus bekamen.

Aber nicht nur der Quartettverein allein war gut gestimmt. Pianistin Mariko Ashikawa präsentierte sich als souveräne Begleiterin am Klavier. Beim Lied „Was soll das bedeuten?“ und dem ergreifenden „Russischen Vespergesang“ ergänzten sich die wohl intonierten Männerstimmen vorzüglich mit Sopranistin Anrea Hörkens. Ihr perlender, kraftvoller Sopran ließ auch das poetisch kunstvolle Stück „Die Hirten“ von Peter Cornelius zu einem besonderen musikalischen Erlebnis werden.

Eines der ältesten Instrumente überhaupt ist die Harfe. Ihr enormes Klangspektrum kam beim Nocturno vom M. Glinka beeindruckend zu Geltung. Zusammen mit dem Chor zeigte Harfinistin Sonja Jahn beim Stück „Still, still, still“, welche feierliche Ruhe dieses Zupfinstrument zu verbreiten vermag. Alle Akteure gemeinsam verabschiedeten sich mit dem wohl bekanntesten aller Weihnachtlieder und entließen die feierlich gestimmten Zuhörer mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ zurück in die Betriebsamkeit der Vorweihnachtszeit.