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Stürmischer Einstieg und friedlicher Schluss

OVZ Artikel vom 15. November 2011 – Oberbergische Kultur – von Waltraud Penner

Herbstkonzert des Quartettvereins „Die Räuber“ mit Gästen fand im Theater starke Resonanz

Die Bühnendekoration schafft das passende Ambiente zum herbstlichen Chorkonzert, das „Die Räuber“ mit Griegs „Herbststurm und tonmalerischen Schilderungen eröffnen. Doch das Programm des Abends, präsentiert vom Chor im Wechsel mit solistischen Darbietungen des jungen Siegener Bassisten Kai Uwe Schöler, wartet mit ganz unterschiedlichen Stimmungen auf.

Die Lieder und Balladen sind teils neckisch wie Carl Loewes Ballade „Heinrich der Vogler“, teils romantisch wie Franz Schuberts „Im Abendrot“ und teils düster-dramatisch wie Robert Schumanns „Die beiden Grenadiere“. Gewohnt eindrucksvoll waren Sigrid Althoffs Klavierbegleitung und Gus Antons Dirigat.

Der zweite Teil des Programms ist dem „Rhein in Lied“ gewidmet. Dabei hat Gus Anton als Soli komponierte Lieder für den Chor eingerichtet. Solistisch beeindruckt Bassist Kai Uwe Schöler mit seiner Interpretation des Schubert-Lieds „Der Fischer“. Den nachhaltigsten Eindruck aber hinterlässt sein Vortrag des Liedes „Die Uhr“ von Carl Loewe, das die wichtigsten Situationen des menschlichen Lebens umreißt und in dem Schöler Freud und Leid in eindrucksvoller Mimik und Gestik darstellt.

Einem jungen Neumitglied des Chors, Sascha Fuchs, könnte der Bassist als Vorbild dienen, denn der schmächtige 16-Jährige bereichert den Chor gleichfalls mit einer Bassstimme. Ausdrucksstärke und Wandelbarkeit des Chors werden besonders deutlich in Loewes Ballade vom „Erlkönig“, in der schnelle, dynamische Läufe am Klavier die Dramatik des Geschehens unterstreichen. Der Wechsel vom Werben des Erlkönigs zum Bangen des Sohnes und den beruhigenden Worten des Vaters wird vom Chor hervorragend zum Ausdruck gebracht, endend in einem dissonantischen Schlusstakt. Einen besonders nachhaltigen Eindruck unter den Liedern vom Rhein hinterlässt Mathieu Neumanns „Abendfriede am Rhein“, in dem sich die Gesangsstimmen gedämpft zurücknehmen, sich trennen, um sich ausdrucksstark wieder zu vereinen.

Ein Konzert, das der herbstlichen Jahreszeit ein Glanzlicht verlieh, wurde vom Publikum mit Ovationen gewürdigt.

Stürmischer Einstieg und friedlicher Schluss Bewährte Zusammenarbeit: Gewohnt eindrucksvoll waren Sigrid Althoffs Klavierbegleitung und Gus Antons Dirigat
Bild (Foto: Hillenbach)

Stürmischer Einstieg und friedlicher Schluss