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Ein feuriger Cocktail zum Jahreswechsel

Die Räuber und viele Freunde begeisterten ihr Publikum vor ausverkauftem Haus

OVZ Artikel vom 3. Januar 2011 – von Michael Michalak

Von Markus Michalak, 03.01.11, 07:09h Schon weit vor Mitternacht zündete am Silvesterabend der Quartettverein Die Räuber mit vielen Freunden wieder sein traditionelles Feuerwerk aus Gesang, Tanz, Comedy und Musik im Stadttheater.

GUMMERSBACH - Während der perlende Wein nur sehnsüchtig besungen wurde, so prostete der Männerchor vor der Kulisse des Gummersbacher Brauhauses seinem Publikum zur Begrüßung mit zünftigen Bierhumpen zu. Bernhard Kyborg hatte wieder für eine ebenso prächtige wie lokaltypische Bühnenkulisse gesorgt, in der sich das heimische Publikum sofort zu Hause fühlen konnte.

Der Funke sprang beim diesjährigen Silvester-Cocktail daher auch rasch auf die Gäste des ausverkauften Hauses über, die ihrer Freude am Programm durch rhythmisches Klatschen bald begeisterten Ausdruck verliehen.

Die Räuber standen sowohl in Tutu und Boxershorts zu Ringelsöckchen als auch in Frack und Zylinder gewandet jederzeit ihren Mann. Abwechselnd heiß und kalt wurde es dem ein oder anderen Mannsbild auf der Bühne, als die Sopranistin Susanna Risch in einem feurig roten Flamenco-Kleid ihre heiß küssenden Lippen besang, und sich dabei auf knisternd innige Flirts mit diversen Räubern einließ. Zum Glück hatte sie neben der roten Rose im Haar auch ihren Fächer dabei, mit dem sie den Betörten ausreichend kühle Luft zufächeln konnte.

Die perfekt vorgetragenen Chor- und Soloauftritte wurden im Orchestergraben souverän begleitet von Gus Anton sowie Simone Bönschen am Klavier.

Stimmlich und schauspielerisch so brillant wie amüsant unterhielt Tenor Uwe Buchmann das Publikum. Als beschwipster Lebemann berichtete er im leicht ramponierten Ausgehanzug singend von seinen regelmäßigen Ausflügen ins Maxim. Bei einem seiner Besuche dort muss sich ein Büstenhalter in seine Innetasche verirrt haben.

Für einen weiteren komödiantischen Höhepunkt sorgten die fünf Blech-Harmoniker, die sich ununterbrochen um nur vier aufgestellte Stühle balgen mussten. Zu einem Potpourri aus Filmmelodien wie „Star Wars“, „Bonanza“, „Pippi Langstrumpf“ oder „Dallas“ spielte das Ensemble lange Zeit die Reise nach Jerusalem. Bis sich Ruth Funke, durch einen gewagten Strip, überraschend doch noch den Gesamtsieg sichern konnte.

Nicht weniger imposant war auch die Show der Wolpertinger, die unter dem Motto „Welcome to Africa“ ein wildes Dschungelballett zeigten.

Bürgermeister Frank Helmenstein durfte seinem ersten Auftritt noch vor seiner traditionellen Ansprache als Zuschauer beiwohnen: Als „Bürgermeister Frank“ nahm ein Räuber-Double die vergeblichen Versuche des Verwaltungschefs aufs Korn, einmal König von Gummersbach werden zu dürfen. Helmenstein versprach, sich weiterhin zielsicher um das Amt des Schützenkönigs bewerben zu wollen. In seiner Rede verwies er auf erfolgreiche Unternehmensansiedlungen, die gelungene Restrukturierung des Steinmüller-Geländes sowie die Bedeutung von Ehrenamt und Schulentwicklung für die Stadt Gummersbach.

Das gesamte Ensemble, das am Ende der Show in einem Regen von bunten Luftballons und Luftschlangen unterging, wurde mit begeisterndem Applaus in die Nacht verabschiedet. Für viele Zuschauer dürfte dieser gut gemixte Silvester-Cocktail der eindeutige Höhepunkt des Jahreswechsels 2010/2011 gewesen sein.